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Okt 19

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Warum denn so verbissen?!

Copyright: <a href='http://www.123rf.com/profile_zigf'>zigf / 123RF Stock Photo</a>Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion

Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus und Schwindel, aber auch chronische Schulter-Nacken-Verspannungen und Rückenschmerzen sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Sie begleiten uns tagtäglich, und wir leben damit, der Eine besser und der Andere schlechter. Bei manchen sind die Beschwerden jedoch so stark, dass die Lebensqualität nachhaltig eingeschränkt ist. Wird dann keine eindeutige Ursache für die Schmerzsymptomatik gefunden, werden manche dieser Beschwerdebilder häufig als „psychosomatisch“ bezeichnet.

Die Ursache für eine Vielzahl der Beschwerden liegt im Bereich unserer Kiefergelenke.

Kiefergelenksprobleme, auch unter dem Begriff Cranio-Mandibuläre Dysfunktion (kurz CMD) oder Arthromyopathie bekannt, sind die häufigsten Ursachen für Kopf-, Gesichts- und Kieferschmerzen. Sie können sich jedoch mit unterschiedlichen Symptomen zeigen.

Die häufigste Ursache dafür sind Überlastungen, welche die individuelle Anpassungsfähigkeit des Kiefers überfordert: so zum Beispiel nach sehr weiter Kieferöffnung, wie sie nach heftigem Gähnen, einer langen Behandlung beim Zahnarzt oder nach einer Intubationsnarkose bei einer Operation auftritt. Aber auch ein heftiger Aufprall auf den Unterkiefer, ein Schleudertrauma oder, wenn über lange Zeit mit den Zähnen gepresst oder geknirscht (Bruxismus) wird, kann die Kiefermuskulatur überfordern.

Ängste, psychischer Druck, emotionale Traumata oder auch Stress führen häufig dazu, dass wir uns „durchbeissen“ oder „die Zähne zusammen beissen“ müssen und so unsere Kiefergelenke und -muskulatur überlasten.

Unsere Kiefergelenke zählen in der ärztlichen Praxis zu den „vergessenen“ Gelenken, sind aber die meist bewegten Gelenke mit der grössten Beweglichkeit in unserem Körper überhaupt. Das Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer und der gesamten Kiefermuskulatur ist hoch komplex und hat Einfluss auf die Statik, die Muskelspannung und auch auf Organfunktionen unseres gesamten Körpers. Schaut man sich deren anatomische Lage an, ist das nicht verwunderlich.

Ein Gelenk besteht immer aus 2 Gelenkpartnern, das kann man sich am Knie leicht vorstellen. Der Oberschenkelknochen ist über das Kniegelenk mit den Unterschenkelknochen verbunden. Haben wir eine Verletzung oder Überlastung im Knie, wirkt sich das nicht nur auf den Unterschenkel, sondern auch auf den Oberschenkel aus. Genauso ist das auch in unseren Kiefergelenken. Der eine Gelenkpartner ist der Unterkiefer und der andere das Schläfenbein (einer unserer Schädelknochen).

Aber was macht unsere Schläfenbeine so besonders wichtig für unseren Körper?

SchädelIn den Schläfenbeinen befindet sich nicht nur unser Innenohr mit dem Gleichgewichtsorgan, auch  unser Hör- und Gelichgewichtsnerv muss durch ein winziges Löchlein mitten durch unser Schläfenbein hindurch. Wird nun das Schläfenbein durch eine Fehlfunktion im Kiefergelenk stark belastet, dann kann dies zu Schwindel und Tinnitus führen. Aber auch etliche andere Hirnnerven, die vor allem Kopf-, Halsbereich und die inneren Bauchorgane versorgen, müssen durch die Schläfenbeine hindurch. Werden die Nerven an dieser Durchtrittsstelle „geärgert“, dann wird deren Funktion beeinflusst. Als Beispiele können hier zum einen der Nervus accessorius (er versorgt die Schulter-Nacken-Muskulatur) und der Nervus Vagus (er ist unser wichtigster Nerv des vegetativen Nervensystems und versorgt vor allem innere Organe im Brust- und Bauchbereich) genannt werden. Wird der N. accessorius nun am Schläfenbein „geärgert“, so kann es immer wieder zu Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich kommen, die über eine direkte Behandlung mittels Massage oder Triggerpunkt-Therapie nicht verschwinden. Über eine Behandlung der Kiegergelenksregion kann der Nerv im Bereich der Austrittsstelle am Schläfenbein direkt behandelt werden und sich schliesslich wieder beruhigen. Auch Reizungen des N. vagus kennen viele, so ist eine mögliche Ursache von Koliken bei Gross und Klein ein „verärgerter“ Nervs im Bereich des Kiefergelenks.

Eine Funktionsstörung im Kiefergelenk hat aber häufig nicht nur eine Ursache, sondern wird durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst. Diese belastenden Faktoren können auch aufsteigend wirken. Das bedeutet, dass von einem schiefen Becken oder einer schiefen Wirbelsäule die Körperstatik so verändert wird, dass sich das Bewegungsmuster beim Kauen verändert, so dass eine Fehlbelastung des Kiefers die Folge ist.

Das therapeutische CMD-Konzept

Die Craniosacral-Therapie bzw. Craniosacrale-Körperarbeit harmonisiert Gewebespannungen und die Bewegungsmöglichkeiten der Schädelknochen, der Kiefergelenke, der Wirbelsäule und des Kreuzbein, und wirkt somit direkt auf unsere Nerven und unser Nervensystem. Bei Craniomandibulären-Dysfunktionen stellt die Craniosacral-Therapie das Mittel der Wahl dar.

Das therapeutische Konzept, um diese komplexen Mechanismen umfassend behandeln zu können, zeichnet sich ausserdem durch eine gute interdiszipinäre Zusammenarbeit mit Zahnärzten, Schmerztherapeuten, Hals-Nasen-Ohrenärzten, Psychotherapeuten und Orthopädietechnikern aus. Der Craniosacral-Therapeut erstellt nach einer ausführlichen Anamnese und Befundung einen individuellen Therapieplan und stimmt diesen mit den anderen behandelnden Spezialisten ab.

Nur so kann das bestmögliche Behandlungsergebnis und ein unbeschwerter, beschwerdefreier Alltag für den Patienten erreicht werden.

Wenn Sie sich nun fragen, ob Ihre Beschwerden ebenfalls mit Ihrem Kiefergelenk in Verbindung stehen könnten, dann nehmen Sie sich doch einfach kurz einen Moment Zeit für unseren CMD-Selbsttest.

Weitere Informationen zur Craniosacral-Therapie finden Sie hier:

 

 

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